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Mühlentour "Vom Korn zum Brot" entlang der Alten Salzstraße durch Sachsen und Böhmen

Mühlenromantik erleben können Sie entlang der Alten Salzstraße, auf dem Weg von Halle nach Prag, durch Mittelsachsen, das Erzgebirge und das Böhmische Mittelgebirge.
Inmitten der reizvollen und abwechslungsreichen Landschaft liegt vielerorts lebendige und interessante Mühlengeschichte längst vergangener Zeiten verborgen. Sie finden sowohl jahrhundertealte Technik, die oft einmalig und noch voll funktionsfähig ist als auch idyllische Mühlenanwesen, bei denen nur noch der Name und ein paar Mühlsteine vor dem Haus an alte Zeiten erinnern, in denen sie aber trotzdem, z.B. bei Brotbackkursen, den Weg vom Korn zum Brot erleben können.
Entlang der Alten Salzstraße lernen  Sie sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten altdeutscher Mühlen und historischer böhmischer Mühlen mit dem zugehörigen traditionellen Handwerk kennen.


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Der Weg vom Korn zum Brot entlang der Alten Salzstraße über das Erzgebirge ist steinig und steil...

Seit Jahrhunderten gehört das Erzgebirge zu den am dichtesten besiedelten Gebirgsregionen Europas. Der Silberbergbau ließ im Mittelalter die Bevölkerungszahl rasch ansteigen.
Die erzgebirgische Landwirtschaft  konnte wegen des rauen Klimas die vielen Menschen im Gebirge jedoch nicht ausreichend ernähren. Die Bewohner der Bergstädte waren immer auf die  Einfuhr von Getreide aus den vorerzgebirgischen  Gebieten Sachsens und  Böhmens angewiesen.
In Böhmen waren die Erze und das Holz des Gebirges begehrt. Noch wichtiger für Böhmen aber war das Salz aus Halle, da es in ganz Böhmen keine Salzlagerstätten gab.
Für die Städte am Erzgebirgskamm war Böhmen nah, die Transportwege kurz und die Handelsbedingungen günstig.
Der Transport der Waren erfolgte entlang der sogenannten „Böhmischen Steige“,  die aufgrund des Salztransportes später „Salzstraßen“ genannt wurden. Eine der ältesten Salzstraßen zwischen Halle und Prag, die auch über das Erzgebirge führte, verband die Städte Sayda und Louny, wo sie heute in der Mortelmühle im Mortelgrund und der Verner Mühle in Brloh die Initiatoren dieser Mühlentour treffen können.
War das Getreide aus dem Erzgebirgsvorland erst einmal beschafft, musste es gemahlen werden. Zuerst geschah das mit Muskelkraft, aber schon vor 1000 Jahren gelangte auch das Wasserrad nach Sachsen  und Böhmen und die ersten Wassermühlen entstanden.
Die Bedingungen für Wasserräder sind im Erzgebirge wegen des reichlich vorhandenen Wassers und des großen Gefälles der Bäche günstig. Hier sind vor allem Wassermühlen  mit großen schmalen oberschlächtigen Wasserrädern zu finden, die das wenige Wasser der schnell fließenden Bäche optimal ausnutzten. Im flacheren Land finden wir dagegen Windmühlen bzw. an den langsam fließenden Flüssen Mühlen mit breiten, sich langsam drehenden unterschlächtigen Wasserräder.
Neben den Getreidemühlen gibt es im Erzgebirge viele Ölmühlen. Diese verarbeiten Leinsamen zu Leinöl, das traditionell eine wichtige Rolle in der erzgebirgischen Küche spielt.
Außerdem wächst Lein im Gegensatz zu Getreide relativ gut im Erzgebirge.
Entlang unserer Mühlentour werden sie deshalb neben Getreidemühlen auch Ölmühlen entdecken können.
Die Mühlentour entlang der Alten Salzstraße möchte Sie mit Mühlen, Museen und Erzeugern von Nahrungsmitteln, nach dem Motto „Vom Korn zum Brot“ bekannt machen.
Die Tour stellt Gemeinsamkeiten und Unterschiede tschechischer und sächsischer Mühlen vor und weist besonders auf historische Einrichtungen zur Nahrungsmittelherstellung und auf alte Handelsbeziehung zwischen unseren beiden Ländern hin, die in früheren Zeiten lebensnotwendig waren.
Heute liegen hochwertige Lebensmittel wie natürliche Getreideprodukte und kaltgepresste Öle wieder voll im Trend. Durch das gestiegene Interesse an gesunder Ernährung fragen die Menschen vermehrt nach der Herkunft ihrer Nahrungsmittel.
Traditionell wirtschaftende Betriebe wie die Rolle-Mühle in Waldkirchen, das Backhaus in Dittersbach und viele traditionell arbeitende Bäckereien oder auch die Ölmühle in Dörnthal können ihren Kunden darauf eine beruhigende Antwort geben.
Museen wie das Freilichtmuseum in Seiffen oder das Dorfmuseum in Gahlenz zeigen ihren Besuchern anschaulich, mit wie viel Aufwand das tägliche Brot in früheren Zeiten erarbeitet werden musste.
Das Einfache ist oft das Wertvolle. Schmackhaft war das tägliche Brot mit Sicherheit auch früher schon, standen doch zum Würzen neben Salz auch die gesunden Kräuter des Erzgebirges zur Verfügung.
Rund um den Mühlenbetrieb müssen andere traditionelle Handwerke Zuarbeit leisten: der Mühlenbauer, der Zimmermann, der Tischler, der Schmied, der Korbflechter und der Seiler...
Das Zusammenspiel der verschiedenen historischen Handwerke kann man im entstehenden böhmischen Mühlenmuseum, der Verner-Mühle in Brloh sehr gut nachvollziehen.